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Steuer- und Unternehmensberatung seit 1983

Mit über 150 Mitarbeitern, zehn Niederlassungen in Belgien und Luxemburg sowie einem breiten Serviceangebot von der Steuerberatung über Lohnsekretariat bis hin zum Schutz geistigen Eigentums hat sich thg längst über Ostbelgiens Grenzen einen guten Ruf erworben. Wir haben mit dem Gründer und CEO Joseph Faymonville über die Geschichte, über Werte und Herausforderungen gesprochen.

 

thg: In diesem Jahr kann thg auf 35 Jahre zurückblicken, wenn man die Vorgeschichte einbezieht...

J. Faymonville: Das stimmt. Ich kann mich noch an das genaue Datum erinnern, als ich Faymonville & Partners gegründet habe. Es war der 6. Oktober 1983. Wenn ich zurückdenke, fällt es mit schon schwer zu glauben, dass seit diesem Tag 35 Jahre vergangen sind. Wahrscheinlich kommt mir das nicht so lange vor, weil so viel passiert ist.

 

thg: Aller Anfang ist aber angeblich schwer. War das bei thg ähnlich?

J. F.: Schon. Es gab ja eine Vorgeschichte. Mir schwebte vor, das, was die Big Four für große Unternehmen machten, auch mittelständischen Unternehmen anzubieten. Nämlich eine hochwertige, umfassende Beratung, die über das hinausging, was klassische Buchhaltungs- und Steuerkanzleien ihren Kunden boten. Meine Realität sah aber etwas anders aus: Ich war damals bei einer größeren Brüsseler Kanzlei beschäftigt und konnte ostbelgische Kunden nur zusätzlich am Wochenende betreuen.

Ich fand auch sehr bald erste Kunden. Und der Erfolg wurde schnell so groß, dass ich erste Mitarbeiter anheuern musste. Einer der ersten war Kurt Leinen. Der kam direkt vom Steueramt und brachte entsprechende Erfahrung mit. Ich entschloss mich, meinen Job in Brüssel aufzugeben. Zu Recht. Wir hatten immer mehr Erfolg am Markt. Ein regelrechter Quantensprung war für uns die Übernahme des Steuerberatungsbüros Probst in St.Vith. Dass wir als Neuankömmlinge in der Buchhaltung und Steuerberatung ein solch alteingesessenes Büros übernahmen, sorgte für reichlich Gesprächsstoff.

thg: Welches waren die nächsten Meilensteine?

J. F.: Sicher war die Entscheidung, im Norden Luxemburgs eine Niederlassung zu gründen, ein wichtiger Schritt. Wir waren damals die Ersten, die diesen Schritt wagten. Mit Erwin Schröder konnten wir schnell einen geeigneten Geschäftsführer finden. Heute ist Luxemburg unser größtes Büro mit rund 35 Mitarbeitern. Der Erfolg hat uns also Recht gegeben. Wir konnten viele Unternehmen bei der Gründung einer Niederlassung im Großherzogtum begleiten. Das war nicht nur für uns ein Meilenstein, sondern für die gesamte Region. Durch den Schritt über die Grenze zwischen Belgien und Luxemburg hat Ostbelgien einen regelrechten Entwicklungsschub erfahren.

 

thg: Wie ging es denn in Belgien weiter?

J. F.: Meine Idee war es, in allen wichtigen Universitätsstädten der Wallonie ein Büro zu haben. Das haben wir nach und nach in die Tat umgesetzt. Heute sind wir in Brüssel, in Namur, Lüttich, Louvain-La-Neuve vertreten. Parallel haben wir unsere Präsenz in Ostbelgien ausgebaut. Eupen kam Ende der 90er Jahre hinzu und wuchs schnell. Nicht zuletzt durch die Übernahme der Kanzlei Schroeder vor einigen Jahren. Mit Verviers und Malmedy sind wir in Ostbelgien flächendeckend präsent.

 

thg: Das sind mindestens zehn Niederlassungen. Warum ist das wichtig? Logistisch gesehen wäre es doch sicher einfacher, ein oder zwei große Büros zu unterhalten.

J. F.: Wahrscheinlich ja. Mir ist es aber wichtig, dass wir überall nahe an den Kunden dran sind. Vertrauen und die Vertrautheit mit den jeweiligen Bedingungen, unter denen die Unternehmen, unsere Kunden, in einem bestimmten Gebiet operieren, sind wichtige Elemente. Wir kennen unsere Kunden, unsere Kunden kennen uns. Mit vielen Kunden haben wir eine langjährige Beziehung aufgebaut. Die ist in Zeiten, in denen alles komplexer wird und unsere Spielräume immer enger werden, äußerst wertvoll.


thg: Wahrscheinlich verlangt der Markt heute auch mehr als nur Buchhaltung und Steuerberatung.

J. F.: So ist es. Deshalb haben wir früh angefangen, unser Portfolio anzureichern. Heute decken wir die gesamte Bandbreite an Beratung von der klassischen Buchhaltung und Steuerberatung über Handelsrecht und Bilanzkonsolidierung bis hin Lohnsekretariat, geistigem Eigentum, Datenschutz, Erlangung von nationalen oder EU-Fördermitteln und selbst Nachfolgeregelungen und Erbschaftsplanung an. Dazu haben wir, parallel zu unseren lokalen Büros, Serviceteams aufgebaut, die mit hochkarätigen Spezialisten besetzt sind und dem Kunden helfen können, egal mit welcher Problematik er gerade beschäftigt ist. Wir wollen, dass der Kunde sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann und den Dingen immer einen Schritt voraus ist.  


thg: Sie sprechen regelmäßig von Vertrauen. Das scheint Ihnen besonders wichtig zu sein.

J. F.: Vertrauen ist nicht nur wichtig, es ist die Grundlage unserer Geschäftsbeziehungen. Für uns als Kanzlei ist es von größter Wichtigkeit, eine langfristige Beziehung und absolutes Vertrauen zwischen unseren Kunden und uns aufzubauen. Vertrauen ist wichtig in jeder Beziehung und jeder Unternehmung. Sehen Sie, der Kunde legt uns seine Bücher offen. Wir wissen genau, wie es um sein Unternehmen bestellt ist. Wenn er uns nicht 100% vertrauen könnte, hätte unsere Zusammenarbeit keinen Sinn. Wir müssen dem Kunden offen und ehrlich sagen können, was zu machen ist, damit sein Unternehmen langfristig erfolgreich sein kann. Der Kunde erwartet auch von uns, dass wir ihm Wege aufzeigen, wie er sicher weiter wachsen kann - oder von welcher Aktivität er sich besser trennen sollte. Das sind grundlegende Entscheidungen in einem Betrieb. Der Unternehmer muss sich ohne Wenn und Aber auf unsere Analyse und unsere Empfehlungen verlassen können.


thg: Sprechen wir von der Zukunft. Die Digitalisierung ist in aller Munde. Ist sie auch ein Thema für thg?

J. F.: Absolut. Die klassische Buchhaltung ist bereits dabei, sich grundsätzlich zu verändern. Wir bieten heute schon den Kunden an, ihre Dokumente und Daten elektronisch zu erfassen. Damit schaffen wir eine Grundlage, auf der wir, gemeinsam mit dem Kunden, arbeiten können. Durch die elektronische Verfügbarkeit lassen sich die Zahlen viel tiefgründiger analysieren. Wir haben sie auch schneller zur Verfügung und können somit schneller korrigierende Maßnahmen ergreifen oder Chancen erkennen. Was sich aber sicher nicht ändert und ändern darf, ist die Korrektheit der Zahlen. Und dafür ist es nach wie vor wichtig, dass ein Fachmann oder eine Fachfrau sie kontrolliert. Denn nur wenn die Grundlage stimmt, können auch die Schlussfolgerungen stimmen, die wir aus den Zahlen ziehen.